Reintal – Partnach – Partnachklamm – Zugspitze

Von allen Wegen die zur Zugspitze führen, ist der durch das Reintal wohl der längste, dabei aber auch der einfachste und schönste unter Ihnen. Die Wanderer werden nicht nur durch die Ruhe in einer wunderschöne Natur belohnt, sondern werden einen Großteil der Strecke noch von der gemächlich dahinfliesenden Partnach begleitet. Dies macht den Weg durch das Reintal, nicht zuletzt durch die bekannte und beliebte Partnachklamm zu einer ganz besonderen Strecke. Dank der Hütten auf dem Pfad zur Spitze, kann die Wanderung in mehrere Etappen geteilt werden. Auch für Anfänger ist die Strecke geeignet, welche z.B. nur von Garmisch-Partenkirchen bis zur Quelle der Partnach oder auch nur durch die Partnachklamm und über die Almen der Umgebung zurück nach Garmisch-Partenkirchen wandern möchten.


Entstehung / Geschichte der Partnach:

Die Partnach ist ein Gebirgsfluss, welcher auf 1440 m Höhe im Zugspitzmassiv am Ochsensitz entspringt. Gespeist wird die Quelle von dem Schneefernergletscher, dessen Schmelzwasser durch das verkarstete Gestein versickert und am Ursprung der Partnach wieder zum Vorschein kommt. Der Fluss schlängelt sich dann durch das Reintal im Wettersteingebirge, bis er nach ca. 18 km in Garmisch-Partenkirchen in die Loisach mündet. Dabei hat das Wasser von seinem Ursprung einen Höhenunterschied von 740 hm zurück gelegt.

Insgesamt formte die Partnach im Laufe der Jahrhunderte vier Klammen. Aber was ist eigentlich eine Klamm? Eine Klamm ist eine schmale Schlucht, welche durch einen Fluss und sehr viel Zeit in den Felsen eingeschnittene wurde. Die Partnach hat sich über viele Jahrhunderte immer tiefer in das Gestein gefressen und dabei insgesamt vier Klammen geschaffen. Die bekannteste und einzige, welche für Touristen begehbare ist, ist die Partnachklamm, welche bereits 1912 touristisch erschlossen wurde. Schätzungseise ist sie ca. 10.000 Jahre alt und inzwischen 700 m lang und bis zu 86 m tief.

Im 18. Jahrhundert wurde die Partnach als Triftbach genutzt. Um Brennholz aus dem Reintal nach Partenkirchen zu transportieren. Dabei wurde das geschlagene Holz in den Fluss geworfen, welches das Schmelzwasser im Frühling ins Tal beförderte. Vor allem in den Klammen verkeilten sich immer wieder die langen Stämme und die Arbeiter mussten unter Lebensbefahr die Bäume lösen.

Am 1. Juni 1991 brachen am südlichen Ende der Klamm ca. 5000 m³ einer Felswand ein. Dabei wurde der bisherige Flusslauf der Partnach versperrt und der Wanderweg zerstört. Das Wasser füllte das entstandene Becken und suchte sich einen neuen Weg durch das abgebrochenen Gestein. Dabei entstand ein kleiner Stausee, welcher heute das Ende der Partnachklamm bildet. Glücklicherweise forderte dieses Unglück keine Menschenleben. 1992 wurde die Wegführung geändert, welche nun um den kleinen See und die heruntergebrochenen Felsen herumgeht.

Bis 2005 durchquerte die Partnach auf ihrem Weg hinab ins Tal 2 Bergseen, die Vordere und Hintere Blaue Gumpe. Durch starke Regengüsse und einen Sturm wurde der natürliche Staudamm des oberen Sees zerstört und schüttete den unteren See vollständig zu. Aus diesem Grund existiert die Blaue Gumpe heute nur noch auf Bildern und in den Erinnerungen der Wanderer.


Lage und Ankunft:

Die meisten beginnen ihre Tour durch das Reintal am Olympiastadion in Garmisch-Partenkirchen. Hier können Wanderer ihr Auto parken und wer Lust und genügend Zeit mitgebracht hat, kann auch noch einen kurzen Blick ins Stadion werfen und sich die Sprungschanzen anzuschauen. Direkt vor der Klamm gibt es keine Möglichkeit zum Parken. Bis zum Eingang der Partnachklamm sind es nur 2 km, welche problemlos in ca. 20 min. zu Fuß zurück gelegt werden können. Rechts von euch werdet ihr nun schon von der Partnach auf eurem Weg zur Klamm begleitet. Vor dem Infoschild, ca. auf der Hälfte des Weges, hältst du dich links. Der rechte Weg führt zum Graseck, über das ihr je nach Wanderroute wieder zurück zum Ausgangspunkt gelangen könnt. Nach ca. 5-10 min. erreicht ihr das Kassenhäuschen der Parnachklamm. Wer keine Lust hat bis zur Klamm zu laufen, kann vom Stadion aus auch mit einer der Pferdekutschen fahren. Viel schneller sind die jedoch auch nicht und ob die Pferde so viel spaß daran haben, den ganzen Tag nur die gleichen 2 km hin und her zu laufen, ist auch sehr fraglich. Vor dem Kassenhäuschen können die Wanderer entscheiden, ob sie durch die Klamm oder den Weg über die Klamm laufen möchten. Wer nicht durch die Klamm wandern mag, kann sich links halten Richtung Eiserne Bücke. Wer den Weg über die Eiserne Brücke wählt, lässt den Fluss unter sich zurück und erreicht schon nach ein paar Minuten eine kleinere Brücke und überquert die Partnachklamm von oben. Auch hier erhält man einen tollen Bick über die Klamm. Weiter geht es oberhalb der Schlucht durch den Wald. Immer wieder könnt ihr hier einen kurzen Blick auf die Wassermassen unter euch erhaschen. Das Highlight auf dieser Route ist die Eiserne Brücke. Ca.80 m oberhalb des Flusses verbindet sie, über eine länge von 68 m, die Steilwänden miteinander. Auf diesem Weg seid ihr natürlich nicht direkt in der Klamm, dafür ist hier wesentlich weniger los und ihr müsst keinen Eintritt zahlen. Am Ende der Klamm könnt ihr euch entscheiden, entweder geht ihr Richtung Reintalangerhütte und der Zugspitze am Fluss entlang oder ihr biegt vorher zur der Kaiserschmarrn Alm ab und könnt dort Einkehren. Alternativ gibt es auch noch den etwas längeren Weg über das Gasthaus Partnachalm auf der anderen Flussseite. (Dies ist aber nur dann zu empfehlen, wenn ihr danach wieder zurück nach Garmisch-Partenkirchen möchtet.)


Die Partnachklamm:

Gleich zu Anfang der Wanderung zur Zugspitze führt der Weg durch die gewaltige Partnachklamm. Mit einer Länge von 699 m und einer Tiefe von bis zu 86 m, fasziniert sie mit ihren rauschenden Wasserfällen und steilen Schluchten. 1912 wurde die Partnachklamm zum Naturdenkmal erklärt und gehört zu Bayerns schönsten Geotopen. Wie in jeder Klamm, wird hier ein kleiner Beitrag zur Erhaltung der Wege und Brücken fällig. Dieser kleine Obolus stört aber gar nicht, wenn man ihren Eingang erst einmal betreten hat und sich von der Natur faszinieren lässt. Empfehlenswert ist hier auf jeden fall zu jeder Jahreszeit eine Regenjacke einzupacken. Auch wenn es in der Umgebung länger nicht mehr geregnet hat, tropft es stetig von den Höhlendecken und Felswänden. Da der Weg durch viele Spalten und Tunnel führt, ist ein Regenschirm eher nicht zu empfehlen.

Heutzutage kann auf gesicherten Wegen und Stegen die Partnachklamm durchwandert werden. Es ist kaum vorstellbar, was für eine Kraft die Wassermassen besitzen, welche über Jahrhunderte den Fels geformt, ausgehöhlt und abgetragen haben, sodass dieser eindrucksvoller Ort entstehen konnte. Zwischen bis zu 86 m hohen Felswänden spaziert man teils durch sehr enge Passagen hindurch. Der Weg schlängelt sich entlang kleine Tunnel und verläuft oft unterhalb von Felsvorsprüngen. In den Tunneln kann es sehr dunkel werden und man muss aufpassen, sich nicht den Kopf zu stoßen. Nach jeder Ecke gibt es neue atemberaubende Perspektiven zu entdecken. Die Klänge der schäumenden Partnach ändern sich alle paar Schritte und schaffen eine faszinierende Atmosphäre. Dann ganz plötzlich beruhigt sich der Fluss wieder und man gelangt an einen kleinen Stausee, welcher in den 90er Jahren durch einen Felssturz entstanden ist. Noch heute können die Besucher erahnen, welche rissigen Gesteinsmassen sich hier gelöst haben und welche unvorstellbare Kraft die Natur doch hat. Es ist genau der richtige Ort, um eine Minute inne zu halten, bevor der Weg über eine Treppe hinaus aus der Klamm führt.

Die Partnachklamm eignet sich hervorragend für einen kurzen Ausflug oder als Ausgangspunkt für weitere Wanderungen entlang des Reintals. Wer nach der Klamm wieder zurück nach Garmisch-Patenkirchen möchte, kann entweder neben der Klamm über die „Eiserne Brücke“ zurück laufen, oder einen Umweg über die Kaiserschmarrn Alm oder die Partnachalm machen. Der Weg hoch zur Partnachalm vom Ende der Partnachklamm aus ist sehr steil und anstrengend. Der Weg von der Alm zurück ins Tal ist vor allem für die Knie sehr belastend, darum empfehlen wir euch hier auf jeden fall Wanderstöcke mit zu nehmen. Auf dem Weg befinden sich zum glück mehrere Ruheplätze im Wald, mit einem wunderschönen Blick in die Natur und über das Reintal. (Gesamtdauer ca. 3 Stunden inkl. Pause).

Hunde an der leine sind in der Parnachklamm herzlich willkommen :). Die Durchfahrt mit Kinderwägen und Rollstühlen ist leider nicht möglich. Während der Schneeschmelze im Frühjahr oder zu Reparaturarbeiten kann die Klamm gesperrt sein.

Winterwanderungen: Auch im Winter, wenn Schnee und Eis die Bergwelt bedecken, stehen den Besuchern die Tore zur Parnachklamm offen. Dank den gut gesicherten Wegen können die Besucher hier, im Gegensatz zu anderen Klamms, auch in dieser kalten Jahreszeit dieses einzigartige Spektakel erleben. Eiszapfen hängen ähnlich wie Stalaktiten von den Decken der Tunnel und kleinere Wasserfälle sind zugefroren. Die im Sommer schimmernden Felsenwände sind mit Eis überzogen und riesige Eiszapfen hängen von den Übersprüngen der Felsen herab. Am Boden der Klamm gurgelt der Fluss zwischen bizarren Eisgebilden hindurch. Wie eingeschlossen in einer Welt aus Eis und Schnee gelangt kaum ein wärmender Sonnenstrahl bis auf den Grund der Klamm.

Fackelwanderung in der Partnachklamm: Im Winter kann man durch die Parnachklamm eine ganz besondere Wanderung machen. Los geht es um 17 Uhr, nach Einbruch der Dunkelheit, nur mit einer Fackel bewaffnet zum Eingang der Klamm. Von außen gelangt keiner der Mondstrahlen bis hinunter in die Parnachklamm. Nur durch das Licht des Feuers werden die steilen Wände erleuchtet, ohne wäre es hier stockdunkel. Die Felswände schimmern durch das Licht der Fackeln golden und die Eiszapfen, welche von den Wänden und Decken hängen sehen aus wie aus einer Zauberwelt. Zu Eis erstarrte Wasserfälle glitzern mit der spritzenden Partnacht um die Wette. Die Wanderung durch die vereiste Wunderwelt dauert ca. 30 min. Weiter geht die Tour durch den verschneiten Winterwald. Auf dem steilen Weg kann es sehr rutschig sein. Festes Schuhwerk, am besten mit Spikes ist hier zu empfehlen. Schon von weiten ist die beleuchtete Almhütte zu entdecken. Auf der Alm angekommen, werden die tapferen Wanderer schon mit einer Feuerschale und warmen Getränken begrüßt. Zur Stärkung gibt es erstmal etwas Fingerfood. Nachdem alle ihre Eindrücke der Wanderung ausgetauscht haben, geht man hinein in die wohlige Hütte und wärmt sich mit einem leckeren Almfondue auf. Zurück ins Tal kann man entweder Laufen oder mit der weltältesten Kleinkabinenbahn der Graseckbahn fahren.


Von der Partnachklamm bis zur Bockhütte:

Nach der Klamm wird der reisende Fluss wieder zu einem eher stillen Flüsschen, der fast schön träge dahinfliest. Nach der Klamm folgt ihr einfach der Beschilderung oder den anderen Wanderern in Richtung Reintal, Reintalangerhütte, Zugspitze. Mit nur leichter Steigung, führt der Weg meinst direkt an der Partnach entlang und bietet den Wanderern meist ein schönen Blick auf den Fluss. Die erste Rastmöglichkeit für alle, die ihr Essen und ihre Getränke nicht selber den Berg hochtragen wollen, bietet die Bockhütte auf ca. 1052 m, welche man nach ca. 1 St. Aufstieg (nach der Partnachklamm) erreicht. Leider gibt es in der kleinen Hütte keine Übernachtungsmöglichkeit und es bleibt entweder der Weg hinauf zur Reintalangerhütte oder wieder hinunter nach Garmisch-Partenkirchen. Übernachten in freier Natur ist hier verboten! In den Wintermonaten ist die Bockhütte geschlossen.

Vorsicht die Zeitenangaben auf den Schildern sind sehr verwirrend. Vor der Kurve sind es noch 45 min und 3 m weiter nur noch 30 min. 😀 Auch die Zeitangaben euch entgegenkommenden Wanderern sind eher gefühlte Angaben und durch den Abstieg meist auch kürzere als beim Aufstieg.


Von der Bockhütte bis zur Reintalangerhütte:

Nach der Bockhütte verengt sich der Pfad, welcher weiterhin parallel zur Partnach führt. Der Weg entlang des Tals ist noch weittestgehend naturbelassen. Aufgrund seiner abgelegenen Lage führen hier nur wenige schmale Wege entlang. Vor einigen Jahren konnte man auf dem Pfad die „Blauen Gumpen“ bewundern , zwei wunderschöne Bergseen die zu einem Päuschen einluden. 2005 führten starke Niederschläge zu Murenabgängen, welche die Blauen Gumpen zerstörten. Heute ist dort, wo einst die 2 Bergseen lagen nur noch Geröll zu entdecken. Schon von weiten hört man den höchsten Wasserfall der Partnach. Direkt aus einer Klamm donnert hier das Wasser 80 m in die Tiefe. Der Wanderweg führt steil hinauf und am Wasserfall vorbei. Kurz davor kommt man an von der Natur geschaffenen Badewannen vorbei. Wenn es vor kurzem geregnet hat kann man hier in der Natur eine kleine Abkühlung genießen. Wenn das Wasser in den Wannen allerdings schon länger steht, sollte man von dem Vergnügen lieber absehen. Von hieraus ist es nicht mehr weit bis zu dem Tagesziel der meisten Wanderer. Durch die tibetischen Gebetsfahnen, welche über den Fluss gespannt sind, ist die Reintalangerhütte schwer zu verwechseln. Aufgrund der immer karger werdende Landschaft und der steinigen Gebirgsspitzen, kommt man sich sogar fast so vor, als würde man direkt in Tibet stehen.

Am nächsten Tag geht es für viele weiter zur Knorrhütte und zur Zugspitze (Deutschlands höchstem Berg) oder ihr tretet den Rückweg an und wandert durch das schöne Reintal zurück nach Garmisch-Partenkrichen. Vorsicht auf den engen Wegen kommen immer wieder Mountainbiker mit hoher Geschwindigkeit entgegen! In der Mountainbiker-Szene wird der Weg zur Reintalangerhütte immer beliebter.


Die Reintalangerhütte:

Einer der Höhepunkte ist die idyllisch gelegene Reintalangerhütte, auf 1369 m Höhe, fast am oberen Ende des Tals. Mittlerweile ist die Reintalangerhütte schon über 100 Jahre als und hat dabei glücklicherweise ihren urigen Charm bewahren können. In der wildromantischen Umgebung, zwischen den Bergen eingebettet und der gurgelnden Partnach direkt vor der Haustür, ist dies der Perfekte Ort zum Erholen und Träumen. Die Lage ist zudem ein idealer Ausgangspunkt für weitere Touren in Richtung Gipfel der Zugspitze.

Die urige Reintalangerhütte

Bis 2009 wurde die Reintalangerhütte durch den, in Wandererkreisen berühmten Hüttenwirt, Charly Wehrle geführt, welchem sie auch ihren heute unverwechselbaren Still zu verdanken hat. Seit Mai 2020 wird sie von zwei seiner ehemaligen Teammitgliedern bewirtschaftet. Die zwei jungen Hüttenwirte brachten die Hütte wieder auf Vordermann und heißen nun wieder alle Wanderer herzlich willkommen. Die Hütte bietet zahlreiche Schlafplätze. Sowohl 2-3 Bettzimmer, wie auch mehrere Matratzenlager laden zum Übernachten ein. Wer nicht schon Monate im Voraus eines der wenigen 2-3 Bettzimmer gebucht hat, sollte nicht Menschenscheu sein. Insgesamt bietet die Hütte inkl. Winterraum bis zu 132 Wanderern einen Unterschlupf. In den Damen- und Herren- Waschräumen kann für einen kleinen Obolus warm geduscht werden.

Das Ufer an der Reintalangerhütte

Wer auf der Hütte übernachtet und sich Abends und Nachts über das ab und an flackernde Licht wundert, muss wissen, dass die Stromversorgung über ein im Flusslauf installiertes Wasserrad erzeugt wird. Durch die Änderungen des Flussstromes schwankt damit auch das Licht im Haus.

Die Turbinenhütte des Wasserrads

Die erste „Reintalangerhütte“ wurde 1883 erbaut und dient auch noch heute als Winterquartier für Mutige Wanderer. Durch den mit der zeit immer zunehmenden Tourismussstrom wurde bereits 1912 die neue Reintalangerhütte direkt daneben errichtet. Je nach Witterung hat die Hütte zwischen Mitte Mai bis Mitte Oktober geöffnet. Der Winterraum in der alten Reintalangerhütte steht den Wanderern, inkl. einem kleinen Holzofen und mehreren Matratzen, in den Wintermonaten zur Verfügung.

Die alte Reintalangerhütte ist heute Quartier für Winterwanderer

Die Hütte, ihre Umgebung und nicht zuletzt die freundlichen Hüttenwirte und das Team machen dies zu einem einzigartigen Ort. So ist mancher, der hier nur für eine Einkehr vorbei gekommen ist, als Mitglied des Team für eine oder mehrere Saisons geblieben.

So mancher Wanderer fragt sich vielleicht, warum die Preise für Speis und Trank evtl. etwas teurer sind als im Tal oder auf der Zugspitze. Grund hierfür ist die Lage der Reintalangerhütte. Der Transport der Nahrungsmittel auf die Hütte wird größtenteils mit dem Hubschrauber gemacht. Ca. 3-4 Mal im Jahr bringt der Heli Getränke und länger haltbare Lebensmittel auf die Berge. Hierbei ist jede Minute Hubschrauberflug sehr teuer. Frische Lebensmittel müssen aufwendig mit dem Quad auf die Hütte transportiert werden. Dies beansprucht nicht nur viel Zeit, sondern ist aufgrund der engen und rutschigen Wege auch sehr gefährlich. Die Hüttenwirte betreiben die Reintalangerhütte mit großer Leidenschaft und nicht um Geld zu machen. Auch die super netten Mädels, in der Bedienung, freuen sich über ein kleines Trinkgeld und nach unserer Meinung ist nebenbei auch ein großes Lob hier bestimmt nicht an der falschen Stelle. Und wer ist nicht froh, wenn nach einer anstrengenden Wanderung schon ein gekühltes Bierchen auf einen wartet? Bitte denkt auch daran euren Müll wieder mit hinunter ins Tal zu nehmen. Die zusätzliche Müllentsorgung würde für noch mehr Aufwand und Kosten sorgen.

Mit dem Quad werden frische Lebensmittel auf dir Reintalangerhütte gefahren. Dabei ist der Weg nicht immer so gerade wie hier.

Die Quelle der Partnach:

Nicht weit von der Reintalangerhütte entfernt, entspringt die Partnach aus dem Gestein der Berge. Wer möchte kann sich direkt in der Quelle erfrischen, dabei sollte man aber gut aufpassen nicht zu weit hinein zu gehen. Durch den Wasserfall direkt an der Quelle, entwickelt das Wasser eine enorme Strömung und reist alles mit, was in ihren Zug gerät.

Die Quelle der Partnach

Weiter als hier solltet ihr nicht mit euren Hunden gehen! Richtung Knorrhütte verwandelt sich der Weg in ein Geröllfeld und die Vierbeiner haben kaum noch halt unter ihren Pfoten. Zudem führt der Weg nach der Knorrhütte über einen Berggrat, an dem es steil bergab geht und das ist definitiv zu gefährlich für jeden Hund.

Es scheint fast so, als wacht der Hund des Schäfers darüber, dass keiner seiner Artgenossen weiter als bis zur Quelle der Partnach geht.

Die Knorrhütte:

Um hierhin zu gelangen führt der Weg steil Bergauf durch ein Geröllfeld. Auf diesem Weg kommt es einem immer so vor, als würde es bald nicht mehr weiter Bergauf gehen aber dann sieht man doch über die nächste Kante und es geht noch höher. Die Knorrhütte liegt auf 2051 m und ist der letzte Posten vor der Zugspitze. Hier sieht die Landschaft schon ganz anders aus als an der Reintalangerhütte. Karge, felsige Einöde prägt hier die Umgebung.


Zugspitze:

Die letzten 300 hm bis zur Spitze sind die anstrengendsten der ganzen Wanderung. Erst durch steiles Geröll und dann über Felsstufen am Drahtseilen gesichert über den Südgrat bis hin zum Gipfel. Die letzten 200 hm können auch mit der Gletscherbahn vom SonnAlpin gefahren werden. Der höchsten Punkt Deutschlands mit 2962 m ist der Ostgipfel. Dieser ist von der Besucherplatzform am Westgipfel durch einen kurzen „Klettersteig“ erreichbar.

Da sich die Länder Deutschland und Österreich die Zugspitze teilen, gibt es hier oben einen ganz besonderen Stempel für euren Reisepass. Ganz ohne jede Einreisekontrolle könnt ihr euch hier den „Zugspitz-Stempel“ selbst abholen und damit ganz offiziell einen weiteren Ort auf eurer TODOin-Liste abhaken.

Um auf die Zugspitze zu kommen gibt es neben der Route über das wunderschöne Reintal noch weitere 5 Wanderrouten, welche zwar kürzer aber vielleicht nicht ganz so schön sind, wie die an der Partnach entlang, mit ihren urigen Hütten und der einmaligen Partnachklamm.

Die letzten Meter bis zur Gipfelstation

Rückweg:

Von der Zugspitze aus hast du mehrere Möglichkeiten ins Tal zurück zu kehren. Entweder nimmst du einen anderen Abstieg, lässt sich mit der Seilbahn hinunter fahren, oder gehst den gleichen weg wieder zurück nach Garmisch-Partenkirchen.

Unser Tipp: Wenn du wieder nach Garmisch-Partenkirchen zurück möchtest kannst du entweder über die Kaiserschmarrn Alm und dort einkehren oder den Weg oberhalb der Partnach wandern. Auf beiden Wegen kommst du unten an der Kreuzung mit dem Wegweiser Schild wieder heraus.


Fazit:

Der Weg durch das Reintal ist der längste, aber wahrscheinlich auch zugleich schönste Weg auf den Höchsten Berg Deutschlands. Obwohl er aufgrund seiner Länge nicht wirklich anspruchslos ist, ist dieser sowohl für Anfänger, wie auch für geübte Wanderer empfehlenswert. Anfänger können entweder einen Tagesausflug nur bis zur Bockhütte und wieder zurück machen oder hinauf zur Reintalangerhütte, dort übernachten und sich am nächsten Tag auf den Abstieg machen. Erfahrene Wanderer können von der Reintalangerhütte die anspruchsvollere Tour weiter bis zum Gipfel der Zugspitze wandern. Eine Übernachtung auf der Reintalangerhütte bietet sich nicht nur wegen dem langen Aufstieg an, sondern auch aufgrund der netten Gastgeber und der wunderschönen Natur. Wo kann man den sein Feierabendbier oder ein Frühstück besser genießen als an diesem Ort?


Packliste:

  • genügend Wasser
  • festes Schuhwerk, sowohl in der Klamm wie auch zum Aufstieg auf die Berge
  • Regenjacke anstelle von Regenschirm
  • Wasserschutz für Kamera und Handy
  • Wanderausrüstung
  • Kleidung zum wechseln
  • Hygieneartikel
  • Wanderstöcke
  • Sonnenschutz
  • Sonnenbrille
  • Mückenschutz
  • kleinen Beutel für den eigenen Müll
  • kleines Erste-Hilfe-Set (Pflaster, Desinfektionsmittel, Blasenpflaster, Schmerzmittel, etwas gegen Insektenstiche und eigene Medikamente)

Wir hoffen unsere Tipps haben euch geholfen und inspiriert. Warst du selber schon mal im Reintal unterwegs und wie ist deine Erfahrung hier gewesen? Oder kennst du ähnliche Orte wie diesen? Wir freuen uns auf Kommentare und Anregungen.


Hier findest du Partnach:

2 Gedanken zu “Reintal – Partnach – Partnachklamm – Zugspitze

  1. Fantastisch, wie viel Arbeit und Sorgfalt ihr in eure Blogartikel steckt!

    In der Partnachklamm war ich irgendwann mal. Auf die Zugspitze bin ich allerdings über den Klettersteig von Ehrwald aus („Stopselzieher“). 30 Jahre ist das her, wo ist bloß die Zeit geblieben…

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